Ein Gemälde im Museum
Bei Aufsichtsdiensten im Heimatmuseum fiel Ulrike Tress ein Tafelbild auf: Eine junge Frau in Schlierseer Tracht rudert zwei Herren über den See – einer mit Gitarre, einer mit Malermappe.
Kulturgeschichte mit Spürsinn: Fragen nachgehen, die andere übersehen – und die Geschichten dahinter erzählen.
Zum Buch über die FischerlislUlrike Tress wurde am 12. August 1963 als viertes Kind des Strickwarenfabrikanten Josef Tress und seiner Frau Rosa in der historischen Salzhandelsstadt Laufen geboren. Sie wuchs im „Wallyhaus“ auf, einem mittelalterlichen Handelshaus auf den Felsen der Salzachschleife – dessen Flair weckte früh ihr Interesse für Kulturgeschichte.
Als Kind wollte sie Künstlerin werden: Sie sang, tanzte und zeichnete gern – oder den elterlichen Betrieb übernehmen und Mode kreieren. Schon als Teenager begleitete sie ihre Mutter auf Mode- und Antiquitätenmessen. Mit 18 begann sie in München das Studium der Kunst- und Kulturwissenschaft mit Schwerpunkt Oberbayern.
Nach Tätigkeiten in bayerischen Museen – zunächst als Werkstudentin, dann als wissenschaftliche Mitarbeiterin – eröffnete sie eine Galerie mit Antiquitätengeschäft in Schliersee und arbeitete im Schlierseer Heimatmuseum mit. Dort begann ihre Spurensuche nach der bayerischen „Donna del Lago“, der Frau vom See.
Ulrike Tress hat zwei erwachsene Kinder, ist viel im Tegernseer Tal und im Rupertiwinkel unterwegs und lebt in der Nähe von München.
„Sie war eine besondere charismatische Sängerin.“
Über die Fischerlisl vom Schliersee – zitiert im Schliersee Magazin, November 2022.
Elisabeth Ellgraser (1790–1865) war eine charismatische Sängerin vom Schliersee und verkörperte das Ideal der „Schönen vom Oberland“. Als König Max I. Joseph und junge Künstler der Münchner Akademie das ländliche Leben suchten, entdeckten sie die „Fischerlisl“ – und machten sie weit über Bayern hinaus bekannt.
Aus der singenden „Donna del Lago“ wurde eine tüchtige, selbstbestimmte Wirtin und schließlich eine Ikone Bayerns: eine starke, freie Frau aus dem Volk, die sich nicht in die Rollenbilder ihrer Zeit fügen wollte. Die unterhaltsame Biografie zeichnet anhand zahlreicher Quellen, historischer Bilder, alter Ansichten und Berichte von Zeitgenossen ein außergewöhnliches Leben nach.
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Bei Aufsichtsdiensten im Heimatmuseum fiel Ulrike Tress ein Tafelbild auf: Eine junge Frau in Schlierseer Tracht rudert zwei Herren über den See – einer mit Gitarre, einer mit Malermappe.
Eine Erstausgabe von Heinrich Noës „Bairischem Seebuch“, eine Anekdote über die Fischerlisl und König Max, ein Artikel von Ernst Rattelmüller und die Schlierseer Häuserchronik von Gerhard Wittich wurden zu Bausteinen.
Elisabeth Ellgraser, Gstanzlsängerin und Wirtin am Schliersee. 1817 wurde sie von König Max I. Joseph entdeckt – und wurde zu einer Figur, die das Bild von Bayern bis heute prägt.
Ein selbst finanziertes Buchprojekt – möglich geworden auch dank vieler Frauen, die die Autorin durch die schwierigen Phasen begleitet haben.
„Mythos Bayern: Die Fischerlisl vom Schliersee“ – Süddeutsche Zeitung, 07.12.2022
„Die Fischerlisl vom Schliersee: Nicht nur für ihre Zeit eine ganz besondere Frau“ – Schliersee Magazin, 20.11.2022
„‚Zu ihrer Zeit ein echter Star‘: Wie die Fischerlisl vom Schliersee den Mythos Bayern bis heute prägt“ – Münchner Merkur, 13.09.2022